Digitalisierung – Wo bleibe ich?

By Nathalie Hertig In Business, IT No comments

Die Synonyme für Digitalisierung reichen von Automatisierung über Computerisierung bis hin zu Roboterisierung. Es scheint, als sei der Computer Sinnbild für die Digitalisierung. Somit stecken wir schon seit langem mitten drin in dieser Industrialisierung 4.0, obschon das Wort scheinbar erst seit einigen Jahren so populär ist. Die Vorgänger, wenig überraschend, waren die Nummern 1.0 bis 3.0. Sie beschrieben die Einführung von Wasserkraft, die Massenproduktion und schliesslich die beginnende Digitalisierung. Seither geht es stetig weiter, die Technologie verändert sich wahnsinnig schnell – wer hätte vor 10 Jahren gedacht, dass wir unsere Einkäufe mit dem Handy bezahlen?

Die Frage aber, die uns alle eigentlich am meisten beschäftigt ist: Wo in dieser neuen industriellen Revolution bleibe ich?

In der Juli-Ausgabe von Psychologie Heute wird thematisiert, wie die Digitalisierung unsere Arbeit verändert. In vielen Bereichen bedeutet sie die Automatisierung von Routinearbeiten oder die Einführung von Assistenz Tools. Abläufe müssen schneller und effizienter werden. Etwas, das logischerweise viele Tätigkeitsfelder verändern wird. Die Digitalisierung kann in vielen Berufsbereichen eine Entlastung bedeuten (zum Beispiel, wenn die Dokumentation von Pflegetätigkeiten und -besuchen digital direkt via Handy passiert und so das nachtippen am Schichtende weg fällt). In der Industriebranche kann man sich diese Entwicklung leichter vorstellen, bei anderen Branchen ist eine Digitalisierung zuweilen etwas schwieriger zu greifen. Im verarbeitenden Gewerbe werden Stellen verschwinden – in der Informatik und Kommunikation neue entstehen. Was mit ihrem Berufsbild passiert, ist unter anderem auch abhängig von der Strategie des Unternehmens und der Antwort auf die Frage; Wo gehen wir als Unternehmen hin?

Im Grundsatz kann man sich die Digitalisierung so vorstellen: Jedes Werkzeug und jeder Arbeitsschritt bekommt eine Art digitales Abbild (Lenzen, 2018, s. 73) und die Steuerung der dahinter liegenden Prozesse, die Vernetzung von Produktions- und Verwaltungsprozessen, sowie die Bearbeitung von Objekten kann dann über dieses Abbild erfolgen Diese Themen verständlich zu machen ist einer unserer Kerntätigkeiten bei IT Dolmetscher Beratung.
Dieser Entwicklung kann sich heute keiner mehr entziehen, weder Mensch noch Unternehmungen. Denn die Digitalisierung betrifft alle; Produkt, Prozess, Mensch, Technologie, etc. und in der Übergangsphase, in der wir gerade stecken, kann keiner einschätzen, was es am Ende für den einzelnen Job wirklich bedeutet (Lenzen, 2018, s. 72).

Wie der Faktor Mensch letztlich auf die Digitalisierung reagiert hat viel damit zu tun, wie Digitalisierungsprojekte eingeführt werden. Die schlechteste Herangehensweise ist, die Mitarbeiter vor vollendete Tatsachen zu stellen. «Oft hört man, bei der Digitalisierung müsse die Belegschaft ‘mitgenommen’ werden. Das ist nicht falsch, aber dahinter steht immer noch ein Top-Down-Denken. Wir sagen: Stellt den Menschen in den Mittelpunkt und nutzt die Digitalisierung zu dem, was sie wirklich ist – zur stärkeren Vernetzung und Einbindung von Menschen, Wissen und Fähigkeiten» (Loos in Lenzen, 2018, s. 74).
Bereits seit 20 Jahren wissen wir aus der Forschung, dass Mitarbeiter in einem Klima der Wertschätzung, Inspiration und Vertrauen die besten Leistungen bringen. Diese Führungskultur wird in der digitalen Transformation zu einer harten Währung für den Erfolg eines Unternehmens (Lenzen, 2018, s. 75). Es wird immer klarer, dass der wichtigste Fundus Mitarbeiter sind, die sich flexibel auf immer neue Situationen einstellen können. Somit ist die digitale Transformation eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, «[…] die wir nicht allein den Unternehmungen und Führungskräften überlassen können. Um diesen Wandel zu meistern, müssen alle politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte zusammenwirken. Dann, aber nur dann, birgt die Digitalisierung grosse Chancen für die Neugestaltung der Arbeitswelt» (Dörr in Lenzen, 2018, s. 76).

Wir fragen also nochmals, wo, in dieser neuen industriellen Revolution, bleibe ich? Mittendrin.

 

Quelle:

  • Lenzen, M. (2018) ‘Job 4.0: Wie Digitalisierung unsere Arbeit verändert’, Psychologie Heute, Juli 2018, Heft 7, s. 70 – 77.